Nachruf auf Prof. Walter Opp

Kurz vor seinem 91. Geburtstag ist der ehemalige Universitätsmusikdirektor und Leiter des Instituts für Kirchenmusik, Professor Walter Opp, in Erlangen verstorben. Der in Marktdrewitz geborene Pfarrerssohn wurde nach beruflichen Stationen als Kirchenmusiker in Kitzingen und Regensburg, dann als Landeskirchenmusikdirektor von Kurhessen-Waldeck in Schlüchtern 1981 an das traditionsreiche Erlanger Institut für Kirchenmusik berufen. Während seiner 15-jährigen Dienstzeit erreichte er den weiteren Ausbau des Lehrangebots zur Förderung der universitären Chöre und des Orchesters, welche er selbst leitete, um in zahlreichen Konzerten Akzente in der Erlanger Kulturlandschaft zu setzen. Insbesondere die Aufführungen zeitgenössischer Werke, darunter einige Uraufführungen und die szenische Umsetzung einer Kirchenoper von Benjamin Britten erregten Aufmerksamkeit. Im Zuge der Kontakte des Studentenwerks nach Krakau kam es auch zu einer internationalen Koproduktion mit den Carmina burana von Carl Orff.

Begegnungen mit lokalem Kulturgut ermöglichte Opp durch die Aufführung der Oper Argenore von Wilhelmine von Bayreuth zum Universitätsjubiläum 1993 und durch die Wiederausgrabung des Passionsoratoriums „Die Pilgrimme auf Golgatha“ des einstigen Erlanger Organisten Johann Balthasar Kehl. Im Ruhestand seit 1996 konnte Opp eine Notenausgabe dieser Rarität besorgen, Anekdoten zum Agieren seines legendären Vorgängers Georg Kempff sammeln und publizieren und sein viel rezipiertes Handbuch zur Ausbildung der nebenamtlichen Kirchenmusiker in veränderter Neuauflage wieder auf den Markt bringen. Die Neustädter Kirchengemeinde verdankt Walter Opp nicht nur eine bemerkenswerte Profilierung der Kirchenmusik, sondern mit der Gründung des Orgelbaufördervereins auch den Anstoß zum dann nach seiner Dienstzeit im Jahr 2005 realisierten Orgelneubau.

Die Trauerfeier fand am Donnerstag, 18. August, um 15 Uhr in der Neustädter Kirche statt.