Dr. Rüdiger Braun


Wissenschaftlicher Werdegang:

  • 1990-1996 Studium der Islamwissenschaften, Arabistik und Neueren Geschichte in Erlangen
  • 1992-1994 Auslandsstudium an der staatlichen Fakultät für islamisches Recht Damaskus (mit Schwerpunkt Koranexegese und Religionskunde) und am islamischen Institut für ‚Okzidentalistik‘ an der Kulliyat ad-Daʿwa-Fakultät Abū Nūr Damaskus
  • 1996-1999 Studium der evangelischen Theologie in Tübingen mit den Schwerpunkten Systematische Theologie (Jüngel, Bayer, Herms) sowie Religions-, Ökumene- und Missionswissenschaften (van Ess, Schreiner, Beyerhaus)
  • 2000-2002 Vikariat in Schweinfurt (Christuskirche) und Feldforschungsaufenthalt in Damaskus, Beirut und Amman
  • 2003-2007 Pfarrer z.A. in Bamberg und Arbeit an einer Dissertation zum christlich-muslimischen Dialog, 2007 Erwerb der Anstellungsfähigkeit
  • 2007-2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Systematische Theologie (Prof. Heinrich Bedford-Strohm) an der Universität Bamberg und Religionslehrer an der Staatlichen Berufsschule Bamberg, Promotion im Fach Systematische Theologie (Prof. Walter Sparn) an der FAU Erlangen-Nürnberg
  • 2008-2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Religions- und Missionswissenschaft der FAU Erlangen-Nürnberg, Lehrbeauftragter am Institut für Evangelische Theologie der Universität Regensburg (Prof. Michael Fricke)
  • 2014-2016 DFG-Forschungsprojekt „Wahrheitsanspruch und Humanität – Zeitgenössische muslimische Religionstheologie zu religiöser Differenz und Menschenwürde“ (BR 4177/1-2) am Lehrstuhl für Religions- und Missionswissenschaft der FAU Erlangen-Nürnberg
  • 2016-2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Religions- und Missionswissenschaft der FAU Erlangen-Nürnberg, Lehrbeauftragter am Institut für Evangelische Theologie der Universität Regensburg (Prof. Michael Fricke)

 

Monographien:

  • Der christlich-islamische Dialog im Horizont der christlichen Auseinandersetzung mit dem Islam in Syrien, Universitätsbibliothek Erlangen 1996 (mag. phil.).
  • Muhammad und die Christen im Islambild zeitgenössischer christlicher und muslimischer Apologeten, Neuendettelsau 2004.
  • Fitra und Fides – Glaubensvergewisserung und Alteritätsdenken im muslimischen Dialog mit dem Christentum, Erlangen 2009, Diss.
  • New Approaches to Human Dignity in the Context of Qurʾānic Anthropology – The Quest for Humanity, ed. with Hüseyin Çiçek, Cambridge 2017.

Artikel (Auswahl):

  • Kant und Kismet, in: Hans-Martin Gloel (Hrsg.), Brücken bauen. Christen und Muslime erleben Begegnung, Neuendettelsau 2005, 99-109.
  • Wer sind denn die Ungläubigen? Eine Antwort aus christlicher Perspektive, in: ZRLI Zeitschrift für die Religionslehre des Islam 2 (2007) 10-21.
  • Der Atem der Geschichte. Anmerkungen zur muslimischen Schrifthermeneutik im Horizont der Menschenrechtsdebatte, in: Cibedo-Beiträge 4 (2009), 140-146.
  • Der Koran als Bibelkommentar. Anmerkungen zur interreligiösen Schrifthermeneutik, in: Korrespondenzblatt 6, Jg. 125 (2010), 108-111.
  • Islamischer Religionsunterricht als Chance für Integration und Dialog, in: Christ und Bildung 56. Jg. (2010), 6-11.
  • Die Ambiguität des Geschöpflichen. Annäherungen an den muslimischen Diskurs zur Verfehlung und Neuausrichtung des Menschseins, in: Werbick Jürgen (Hrsg.), Sühne, Martyrium und Erlösung? Opfergedanke und Glaubensgewissheit in Judentum, Christentum und Islam, (Beiträge zur Komparativen Theologie Bd. 9), Paderborn/München/Wien/Zürich 2013, 23-49.
  • Noch nicht auf Augenhöhe. Christlich-muslimische Symposien zur interreligiösen Theologie, in: Cibedo-Beiträge 2 (2013), 74-78.
  • Textautorität und Dekanonisierung – Zeitgenössische muslimische Zugänge zum säkularen Topos Menschenwürde im Horizont einer historisch sensibilisierten Exegese des Koran, in: Fachzeitschrift für Recht und Islam (ZRI) 2017, 1-13.
  • Dynamics of Theological Anthropology in Islamic Contexts: An Introduction, in: Ders. (ed. with Hüseyin I. Çiçek), New Approaches to Human Dignity in the Context of Qurʾānic Anthropology – The Quest for Humanity, Cambridge 2017, 1-39.
  • Reasoning Humanity: Toward a Contextual Reading of the Qurʾānic Anthropology, in: Ders. (ed. with Hüseyin I. Çiçek), New Approaches to Human Dignity in the Context of Qurʾānic Anthropology, Cambridge 2017, 179-220.
  • Anmerkungen zur Rekonfiguration des Heiligen(den) im Koran, in: Sola Scriptura. Beiheft zur ökumenischen Rundschau 3 (2017), 183-191.
  • Responsive Signifikation und ‘Islam’ – Reflexionen über Wandlungen eines ‘leeren Signifikanten’, in: Burkhardt, Stefanie/Wiesgickl, Simon (Hrsg.), Verwandlungen. Vom Über-Setzen religiöser Signifikanten in der Moderne (Festschrift zum 60. Geburtstag von Andreas Nehring), Stuttgart 2018, i.E.
  • Contextual Normativity and the Quest for Humanity. Perspectives on religious authority in the Context of contemporary Muslim Hermeneutics of the Qurʾān, in: Franke, Patrick/Hannemann, Tilmann (eds.), Religious authority in Islam, 2018 i.E.
  • Humanität und Normativität. Konturen und Perspektiven theologischer Anthropologie im zeitgenössischen Islamischen Diskurs, 2018 i.E.

Rezensionen (Auswahl):

  • Rezension zu: Erwin Schadel (Hrsg.), Johann Amos Comenius – Vordenker eines kreativen Friedens, in: Theologische Literaturzeitung 131 (2006) 5, 489-492.
  • Rezension zu: Bat Ye’or, Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam, in: Theologische Beiträge 38 (Juni 2007) 3, 156f.
  • Rezension zu: Schmid H./Renz A./Ucar B. (Hrsg.), „Nahe ist dir das Wort“. Schriftauslegung in Christentum und Islam, Regensburg 2010, in: Cibedo-Beiträge 2 (2010), 97-99.
  • Rezension zu: Heinzmann, Richard/Selçuk Mualla/Körner Felix (Hrsg.): Menschenwürde. Grundlagen in Christentum und Islam (IIS Bd. 1), Stuttgart 2007, in: Cibedo-Beiträge 2 (2013), 121f.
  • Rezension zu: Heinzmann, Richard/Selçuk Mualla (Hrsg.), Das Verhältnis von Religion und Staat. Grundlagen in Christentum und Islam (IIS Bd. 2), Stuttgart 2009, in: Cibedo-Beiträge 2 (2013), 122f.
  • Rezension zu: Heinzmann, Richard/Selçuk Mualla (Hrsg.), Monotheismus in Christentum und Islam (IIS Bd. 4), Stuttgart 2011, in: Cibedo-Beiträge 2 (2013), 123f.
  • Rezension zu: Heinzmann, Richard/Selçuk Mualla (Hrsg.): Offenbarung in Christentum und Islam (IIS Bd. 5), Stuttgart 2011, in: Cibedo-Beiträge 2 (2013), 124f.
  • Rezension zu: Berthelot Katell, Morgenstern Matthias (ed.), The Quest for a common humanity. Human Dignity and otherness in the religious traditions of the Mediterranean, Numen Book Series 134, Leiden et. al. 2011, in: ZfR 22,1 (2014) 133ff.
  • Rezension zu: Heinzmann, Richard/Selçuk Mualla (Hrsg.), Autorität und Individuum, (IIS Bd. 3), Stuttgart 2014, in: Cibedo-Beiträge 4 (2017), i.E.
  • Rezension zu: Heinzmann, Richard/Selçuk Mualla (Hrsg.), Glaube und Vernunft in Christentum und Islam (IIS Bd. 6), Stuttgart 2017, in: Cibedo-Beiträge 4 (2017), i.E.

 

Lehre

Seminare 2007-2017 (alphabetisch)

Christianity and Islam (International Seminar), Der Islam als Anfrage an den christlichen Glauben, Der Koran und die (nach)biblische Tradition, Die Entwicklung der altkirchlichen Christologie, Einführung in den Interreligiösen Dialog, Ethik der Weltreligionen, Grundkurs Theologie, Humanität und Monotheismus, Interpretation und Internationalität – Perspektiven zeitgenössischer Koranhermeneutik, Islam (VL), Islam zwischen Tradition und Moderne. Einführung in den Islam, Islamwissenschaftliche Lektüre, Lesarten des ‚Islam‘ und der Kanon des Koran, Lesarten des Menschseins – Islamische Anthropologie und Koranhermeneutik, Methoden der Schriftauslegung, Muslime im Dialog, Muslime und Christen – Islam und Pluralität, Muslimische Religionstheologie, Progressive Muslime, Psalmen und Hiob, Religionskunde. Glaube und Ethik der Weltreligionen (VL), Theologie der Religionen (VL), Theologie des Interreligiösen Dialogs, Zeitgenössische Koranhermeneutik.

 

Aktuelle Forschung (u.a.)

DFG-Forschungsprojekt „Wahrheitsanspruch und Humanität – Religiöse Differenz und Menschenwürde im zeitgenössischen sunnitischen Diskurs“ (BR 4177)

Die im pluralen Kontext unausweichliche Konfrontation mit dem religiös Anderen sowie religionskritische Anfragen zur Vereinbarkeit des eigenen universalen Wahrheitsanspruches mit der individuellen Würde des anders- oder auch nichtgläubigen Menschen haben muslimische TheologInnen in den letzten Jahren verstärkt zu selbst-reflexiven religionstheologischen Diskursen über religiöse Differenz und Alterität veranlasst. Im Fokus der Analyse stehen die diskursiven Strategien und Referenzen, mit denen muslimische TheologInnen angesichts der Herausforderungen religiöser Differenz und individueller Menschenwürde grundlegende religionstheologische Problemfelder wie a) die Positionalität des Wahrheitsanspruchs, b) die Wahrung von religiöser Alterität sowie c) die Beurteilungskriterien (Normativität) zu bearbeiten suchen. Die diskursanalytisch-wissenssoziologisch angelegte Analyse dieser Diskursstrategien und -referenzen richtet sich dabei – konzentriert auf anthropologische Fragestellungen zur (Vernunft-/Trieb-)Natur und Würde des Menschen – auf die Re- und Perzeption jüdischer und christlicher Anthropologien bzw. Anthropologumena in der zeitgenössischen muslimischen Theologie (Schwerpunkt Türkei) sowie auf die sich darin abzeichnenden Transformationen in der (religionstheologischen) Selbst- und Alteritätskonstruktion.

I – Das diskursive Religionswissenschaft und komparative Religionstheologie verschränkende Projekt analysierte die hermeneutischen Strategien und Referenzen, durch die sich ausgewählte zeitgenössische sunnitische Entwürfe theologischer Anthropologie in ihrer Standortbestimmung zu religionsunabhängiger ‘Humanität’ und säkularer ‘Menschenwürde’ auszeichnen und suchte auf diesem Wege die in der christlichen Theologie vertretene These zu prüfen, im islamischen Bereich (hier: de, uk, tr, eg, tn) seien vergleichbare, Exklusivitätsansprüche kritisch infragestellende Ansätze zu einem geschichtlichen Religionsverständnis bislang kaum ausgebildet. Mit dem Fokus auf die epistemologischen und hermeneutischen Prämissen, die den Dispositiven der argumentativen Nostrifizierung dieser Topoi zugrundeliegen, zielte die Analyse darauf, die hermeneutischen Strategien in ihrer prämissialen und kriterialen Heterogenität ansichtig zu machen und komparativ in Beziehung zu setzen.

II – Vor dem Hintergrund der im sunnitischen Bereich kontroversen methodologischen Debatte über die Frage nach der Kontextualisierung der kanonischen Quellen konnte die Analyse die hybride Konfiguration zeitgenössischer muslimischer Hermeneutik herausarbeiten, die in der Formulierung einer alteritätssensiblen Anthropologie bzw. in der Gewinnung von Kriterien zur Legitimierung religionsunabhängiger ‘Humanität’ auf höchst unterschiedliche (ethische, pragmatische usw.) Kriterien und Momente der Ideengeschichte, der Erfahrung oder des ‘Gemeinwohls’ (maṣlaḥa) zurückgreift. Eine dominante kriteriale Rolle nimmt dabei der im Einzelnen durchaus divergente Rekurs auf die maṣlaḥa bzw. die universalen ‘Intentionen’ (maqāṣid) des Koran sowie des islamischen Rechts ein.

III – Als grundlegend erwies sich die Einsicht, dass die progressive Dynamik zeitgenössischer sunnitischer Ent-würfe zur theologischen Anthropologie – auch im Kontext des Intentionalismus – nur dann Überzeugungskraft zu generieren vermag, wo diese Dynamik hermeneutisch plausibilisiert bzw. mit einem methodologisch reflektierten und konstruktiv-kritischen Zugang zum performativen und polyphonen Diskurs des Koran verbunden werden kann.

IV – Die im Forschungsverlauf erarbeitete Taxonomie umfasst sieben hermeneutische Ansätze, die sich wiederum vier Referenz-Clustern (KON-Text, PRÄ-Text, KONtext, INTER-Text) zuordnen lassen: (I) ein traditionalistisch-konservativer und (II) –inklusiver Ansatz (KON-Text), (III) ein reaktiv-positivistischer und (IV) ethico-zentrischer Ansatz (PRÄ-Text), (V) ein demythologisierend-existentialistischer und (VI) soziorhetorisch-intertextueller Ansatz (KONtext) sowie ein posttextuell-pragmatischer Ansatz (INTER-Text). Einen systematischen Gesamtüberblick über diese hermeneutischen Ansätze bietet eine 2018 erscheinende Monographie (‘Normativität und Humanität. Konturen und Perspektiven theologischer Anthropologie im zeitgenössischen muslimischen Diskurs’).

V – Die genannten Ansätze nehmen in ihrer koranbezogenen Referentialität jeweils unterschiedliche kontextuelle Dynamiken des koranischen Diskurses zum Ausgangspunkt ihrer Hermeneutik und spiegeln somit die mit diesen Dynamiken verbundene Perspektivität des koranischen Diskurses wider. Dessen Performativität und Multiperspektivität erlaubt nicht nur unterschiedliche anthropologische Akzentsetzungen und Wertungen von ‘Humanität’ und ‘Würde’, sondern auch unterschiedliche Bestimmungen von religiöser Alterität und Normativität.

VI – Eine Projekttagung zu ‘Approaches to the anthropology of the Qurʾān in contemporary Muslim discourse’ machte in der Zusammenschau muslimischer und nicht-muslimischer Perspektiven die spezifische Charakteristik des koranischen Diskurses in seiner Auseinandersetzung mit früheren spätantiken Diskurstraditionen ansichtig. Als bedeutsam erwies sich dabei die Einsicht, dass sich die Genealogie des religiös Normativen nicht unter Absehung der (Tria-)Logik, Funktionalität und sozio-politischenKontextualität der existentielle und anthropologische Diskurse miteinander verzahnenden Erzählrhetorik des Koran verstehen lässt, dass aber die jeder Koraninter-pretation inhärierende Tendenz, die Pluralität der dem Offenbarungsdiskurs innewohnenden Bedeutungsspektren konzeptualisierend zu verengen, gerade diese kontextuelle Normativität des Diskurses aus dem Blick geraten lässt. Im Gesamtergebnis lassen sich somit anthropologische Entwürfe im islamischen Bereich ohne die transformativen Dynamiken und Perspektiven des hermeneutischen Diskurses weder sinnvoll verstehen noch systematisch einordnen. Einen umfassenderen Einblick in diese Multiperspektivität theologischer Anthropologie im sunnitischen Diskurs bietet ein die Beiträge der Tagung zusammenführender Sammelband unter dem Titel “New Approaches to Human Dignity in the Context of Qurʾānic Anthropology. The Quest for humanity” (Cambridge 2017, siehe Flyer).

VII – Insofern die Wahrnehmung der Diskursivität und Intertextualität der koranischen Verkündigung zugleich neue Interpretationsräume zur Formulierung einer zeitgenössischen Anthropologie und Rechtstheorie erschließt, sind es im Horizont der Synopse der analysierten hermeneutischen Ansätze (I-VII) insbesondere die historisch sensibilisierten Zugänge zum Koran, die es TheologInnen ermöglichen, die in der islamischen Tradition erstarrten Vorstellungen von göttlicher Kommunikation, menschlicher Verpflichtung und religions-unabhängiger Humanität und Alterität aufzubrechen und deren epistemologische und anthropologische Prämissen kritisch zu reflektieren. Forschungsperspektivisch stellen die dynamischen Interdependenzen zwischen Koranhermeneutik und theologischer Anthropologie eines der vielversprechendsten Forschungsfelder intertheologischer Forschung auch deshalb dar, weil den damit verbundenen Herausforderungen und Möglichkeitsräumen das Potential innewohnt, die diskursive Zusammenführung muslimischer und nichtmuslimischer Zugänge zum koranischen Diskurs voranzutreiben.

 

Zum Tagungsband ‚New Approaches to Human Dignity in the Context of Qurʾānic Anthropology. The Quest for humanity‘ siehe:

DFG_BR 4177_Flyer_Anthology_Quest for Humanity

DFG_BR 4177_New Approaches to Human Dignity _Anthology_Contents

Results of the subproject ‚Dynamics of Qurʾānic Anthropology’
The multilogicality of Qurʾānic theological anthropology

One of the fundamental insights that emerges from the encounter with different anthropological approaches in contemporary Muslim discourse is the inseparable connection of anthropology and (qurʾānic) hermeneutics. For every analytical approach to a theological anthropology or to the question of the ‘dignity’ and determination of man (regardless of the methodology or research perspective) is inevitably confronted with hermeneutical premises and assumptions, and must therefore take into account its own interpretive practice and local constraints in a self-reflective manner.

With respect to the qurʾānic discourse, one of the major implications of hermeneutic self-reflection is a critical analysis of the inherent tendency of any interpretation of the Qurʾān to restrict in a conceptualising manner the variety of meanings inherent to this discourse and its narratives, and thus to diminish its open dialogue to a ‘meta-narrative’ (theological, legal or religio-philosophical). But the awareness of the dialogical, trialogical or multilogical quality of the qurʾānic discourse also enables a new understanding of the interlinked levels of identity-based, existential and anthropological discourses that underlie the theological premises of the Qurʾān and constitute the specific functionality of its narratives.

Of the cognitive advances that are generated by the analysis of the diverse hermeneutical approaches a few examples are highlighted below, subdivided into literary, hermeneutical, anthropological and legal-philosophical perspectives of research.

From the perspective of literary studies, the attention is to be directed to: a) the trialogicality or multilogicality of anthropological narratives in the Qurʾān, whose critical revision of earlier interpretative traditions is revealed only by their embedding in a trialogical or multilogical context, determined by old Arabian, Jewish and Christian anthropologies; b) the functionality of the Qurʾān’s narrative rhetoric as well as the corrective reconfiguration of rabbinical revisions of biblical myths; and c) the epistemological function of (e.g. Jewish) demarcations from other (e.g. Christian) interpretations of biblical narratives for the understanding of qurʾānic references.

From the hermeneutical perspective, the attention is to be directed to: a) the genealogy of the qurʾānic proclamation, which fits into an established inter-religious dialogue, combining affinity with and divergence from Jewish and Christian traditions, and seeking to overcome their exclusivism and particularism; b) the genealogy of the religious normative in the framework of a continuous inner-qurʾānic interpreting discourse, whose special characteristics (typology, intertextuality, exemplarity) have the potential to lead the incorporated Late Antique traditions and mythical narratives to a normative interpretation; c) contemporary approaches to the Qurʾān that start with different (contextual) discourse dynamics for their hermeneutic referentiality, and thus reflect the perspectivity, temporality and contextuality of its interactive and productive discourse.

From an anthropological perspective the attention is to be directed to: a) the socio-political contextuality and functionality of anthropological motifs and traditions in the process of a continuous recalibration of qurʾānic anthropology; b) the re-definitions of biblical anthropological accounts (exemplarily Adam’s dominium terrae) in the course of the inner-qurʾānic appropriation and transcendence of the rabbinical criticism of Christian anthropology; c) the dynamism and openness of the qurʾānic discourse on man, which opposes an essentialising concept of ‘dignity’ as well as the concept of a homogeneous anthropology. It therefore allows an anthropological multiperspectivity of man, which enables not only different evaluations of a religiously independent humanity, but also different determinations of religious normativity.

From a legal-philosophical perspective, the attention is to be directed to: a) the heterogeneity and plurality of conceptions of freedom and human dignity in the cultural sciences as well as in the Muslim-theological discourse and b) the potential of new intentional determinations of Islamic law (especially the concepts of the maṣlaḥa and maqāṣid) regarding its relationship to traditionally disadvantaged groups of people.

These interlinked levels of (hermeneutical, anthropological and legally normative) discourses demonstrate the advantages of critical interactions between different research perspectives in a scientific approach to the topic of “man in the context of Islamic/qurʿānic anthropology”. The analyzed hermeneutical approaches are consistent in the view that honour (or dignity) as a fundamental anthropological topic must ultimately be legitimised by a transcendental source or a divine creative act in order to remain distinct from conventional honours, which are hierarchically divided and limited.

The anthropological multiperspectivity on the notion of ‘human dignity’

Although the material essence of ‘humanity’ or human ‘dignity’ is not mentioned as such, the exaltation (‘apotheosis’) of man carried out in sacred texts and its narratives (see e.g. the notions imago dei, ḫalīfa) is one of the main roots of specifically religious universalisation of honour as a general human dignity. This exaltation of man is made possible in a religious context by the introduction of a third person into the philosophy of honour and dignity: God, the creator himself.

The analyzed hermeneutical approaches consistently adress man in the context of the Qurʾān’s testimony as revealing his special dignity by actualising his potential for goodness and for repentance for his sinful behaviour. Human dignity is thus seen primarily as a moral quality in an open-ended process of being, which calls man to realise his divine vocation as a representative of God on earth (ḫalīfa). This emphasis on human qualities unites especially modern Muslim approaches to a qurʾānic anthropology, and can be regarded – above all the different perspectives of man that are encountered in Islamic contexts – as a common link that gives Islamic theological anthropology its specific features.

The question as to whether these features allow one to speak of a distinct ‘Islamic (theological) anthropology’ would require a more thoroughly scientific cooperation and interdisciplinary endeavour between Islamic Studies, Jewish Studies, and the Study of the Christian Orient. With regard to the fact, that the subject matters of these disciplines belong ultimately to one shared geographical and cultural realm of discourse, it is hardly to understand, that these disciplines are institutionally, with few exceptions, still separated.

Interdependencies and implications

The implications of the above-mentioned multiperspectivity of the qurʾānic anthropological discourse are far-reaching and need further interdisciplinary research. The dynamic interdependencies between the hermeneutics of the Qurʾān, theological anthropology and legal philosophy (particularly in the European context) are a promising field of research inasmuch as the associated challenges and possibilities have the potential to facilitate the long overdue discursive cooperation of Muslim and non-Muslim scholars. The decisive issue is the definition of the significant ‘humanity’, and the realisation that concepts of ‘humanity’ and ‘dignity’ (as empty significants) will remain open, dynamic, and subject to negotiation in all religions, and will be closely linked to the question of the communication and relationship between man and God.

 

For further details see:

Braun, Rüdiger (ed. with Hüseyin I. Çiçek), New Approaches to Human Dignity in the Context of Qurʾānic Anthropology – The Quest for Humanity, Cambridge 2017.