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Forschung

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Das Forschungsprofil des Lehrstuhls wird im Wesentlichen durch eine fundamentaltheologische und konkrete Ethik geprägt. Das Attribut „fundamentaltheologisch“ verweist dabei auf die Notwendigkeit, die theologische Ethik im Sinne von 1. Petr 3,15 („Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist“) in einer weltanschaulich pluralen und funktional ausdifferenzierten Gesellschaft kommunikativ anschlussfähig zu halten und so die Gehalte der christlich-theologischen Tradition in aktuelle ethische Diskurse einzuspeisen. Obwohl diese Transpartikularisierung der christlich-religiösen Überlieferung auch eine Reihe methodischer und meta-ethischer Fragen berührt, stehen im Zentrum der Forschung konkrete moralisch-ethische Konfliktfelder, vor allem im Bereich der Bio- und Sozialethik. Ethik wird dabei als Wissenschaft verstanden, die normative Fragen detektiert und im Hinblick auf Voraussetzungen und Konsequenzen hin analysiert, Kriterien für die Beurteilung von Konfliktlagen ermittelt und damit zugleich auch Entscheidungsträger berät sowie entsprechende methodische und inhaltliche Fähigkeiten und Kenntnisse in der Lehre vermittelt.

  • Datensouveränität in klinischen Big-Data-Regimes. Ethische, rechtliche und Governance-Herausforderungen (DABIGO)
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Gesamtprojekt)
    Laufzeit: 01.10.2017 - 30.04.2020
    Mittelgeber: Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
    DABIGO adressiert die Frage, wie der Umgang mit individuellen (Gesundheits-)Daten in Zeiten von Big-Data verantwortlich gestaltet werden kann. Ziel ist es, ethische und rechtliche Orientierungsmarker für die Entwicklung eines multidimensionalen Konzepts von Datensouveränität in klinischer Forschung und Versorgung zu entwickeln. Methodologisch wird der Konnex zu diesem Anwendungsbereich, dem Ansatz einer konkreten Ethik folgend, durch Verknüpfung der ethischen und rechtlichen Fragestellungen mit einem international führenden klinischen Case gewährleistet. Im Rahmen des PRAEGNANT-Netzwerks werden an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen hochvolumige Datenströme zusammengebracht, mit dem Ziel, die Krebsprädiktion, -diagnose und -therapie signifikant zu verbessern.  Die Datenströme bestehen dabei sowohl aus Whole-Genome-Sequenzierungsdaten von Tumor und Keimbahn, mit einer Größe von 250-500 GB und ca. 6 Milliarden Variablen pro Patientin, als auch Lifestyle-Daten der Patientinnen und schließlich klinischen sowie epidemiologischen Daten. Die nicht-genomischen Daten beinhalten ca. 500-600 Variablen.

    Genutzt wird Big-Data in dem skizzierten klinischen Case erstens, um herauszufinden, welche klinischen Studien für welche Patientin am besten geeignet sein könnten. Während dies noch mit einfachen Datenbankabfragen geschehen kann, geht es zweitens darum, die Informationen zu nutzen, um Therapieentscheidungen im klinischen Alltag zu unterstützen. Drittens konnte durch sog. deep-learning-Prozesse bereits gezeigt werden, dass gewisse Indikationsstellungen mit einer relativ hohen Zuverlässigkeit auf der Basis vorhandener Informationen durch Computeralgorithmen gestellt werden können. 

     

    Eine der wesentlichen Governance-Herausforderungen im Umgang mit den Big-Data-getriebenen Veränderungen im Gesundheitswesen besteht darin, dass sich durch die zunehmende Komplexität und Selbsttätigkeit der Big-Data-Anwendungen die Zugriffs- und Steuerungsmöglichkeiten sowohl für die Datenspender als auch die Datennutzer im Gesundheitsbereich massiv verändern. Wie aber müssen ethische Kriterien in welchem rechtlichen Rahmen aussehen, um sowohl eine verantwortliche Nutzung der Daten zu ermöglichen als auch die möglichen Herausforderungen für die klinische Big-Data-Nutzung gleichermaßen mit Blick auf die Datenspender wie Datennutzer nachhaltig adressieren zu können?

  • MaxSynBio – Max Planck Research Network in Synthetic Biology. Cluster D: Ethical and Societal Challenges within Synthetic Biology
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: MaxSynBio – Max Planck Research Network in Synthetic Biology
    Laufzeit: 01.08.2014 - 31.07.2020
    Mittelgeber: Max-Planck-Gesellschaft, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    Synthetic Biology (SB) as one of the currently leading fields of so called emerging biotechnologies does not only promise new scientific insights into the organization of complex systems as well as possible applications for societal challenges but does also evoke several ethical, societal and governmental challenges. Within the first funding period we focus on the ethical questions colligated with SB on the one hand and the societal and especially participatory questions linked with the roots of SB as a part of the Do-it-Yourself-Biology movement as well as a citizens science approach. During the second funding period we will proceed with the work on developing modes for a governmental frame of responsible research and innovation in Synthetic Biology. Furthermore we will continue with the started work on technological innovation and modes of public participation at the interface of science and society as well as figure out the role of philosophical and theological concepts in dealing with processes of developing a synthetic cell. 

  • Datensouveränität in klinischen Big-Data-Regimes. Ethische, rechtliche und Governance-Herausforderungen (DABIGO)
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Gesamtprojekt)
    Laufzeit: 01.10.2017 - 30.04.2020
    Mittelgeber: Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
    DABIGO adressiert die Frage, wie der Umgang mit individuellen (Gesundheits-)Daten in Zeiten von Big-Data verantwortlich gestaltet werden kann. Ziel ist es, ethische und rechtliche Orientierungsmarker für die Entwicklung eines multidimensionalen Konzepts von Datensouveränität in klinischer Forschung und Versorgung zu entwickeln. Methodologisch wird der Konnex zu diesem Anwendungsbereich, dem Ansatz einer konkreten Ethik folgend, durch Verknüpfung der ethischen und rechtlichen Fragestellungen mit einem international führenden klinischen Case gewährleistet. Im Rahmen des PRAEGNANT-Netzwerks werden an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen hochvolumige Datenströme zusammengebracht, mit dem Ziel, die Krebsprädiktion, -diagnose und -therapie signifikant zu verbessern.  Die Datenströme bestehen dabei sowohl aus Whole-Genome-Sequenzierungsdaten von Tumor und Keimbahn, mit einer Größe von 250-500 GB und ca. 6 Milliarden Variablen pro Patientin, als auch Lifestyle-Daten der Patientinnen und schließlich klinischen sowie epidemiologischen Daten. Die nicht-genomischen Daten beinhalten ca. 500-600 Variablen.

    Genutzt wird Big-Data in dem skizzierten klinischen Case erstens, um herauszufinden, welche klinischen Studien für welche Patientin am besten geeignet sein könnten. Während dies noch mit einfachen Datenbankabfragen geschehen kann, geht es zweitens darum, die Informationen zu nutzen, um Therapieentscheidungen im klinischen Alltag zu unterstützen. Drittens konnte durch sog. deep-learning-Prozesse bereits gezeigt werden, dass gewisse Indikationsstellungen mit einer relativ hohen Zuverlässigkeit auf der Basis vorhandener Informationen durch Computeralgorithmen gestellt werden können. 

     

    Eine der wesentlichen Governance-Herausforderungen im Umgang mit den Big-Data-getriebenen Veränderungen im Gesundheitswesen besteht darin, dass sich durch die zunehmende Komplexität und Selbsttätigkeit der Big-Data-Anwendungen die Zugriffs- und Steuerungsmöglichkeiten sowohl für die Datenspender als auch die Datennutzer im Gesundheitsbereich massiv verändern. Wie aber müssen ethische Kriterien in welchem rechtlichen Rahmen aussehen, um sowohl eine verantwortliche Nutzung der Daten zu ermöglichen als auch die möglichen Herausforderungen für die klinische Big-Data-Nutzung gleichermaßen mit Blick auf die Datenspender wie Datennutzer nachhaltig adressieren zu können?

  • Zwang und Anerkennung
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.05.2017 - 30.04.2018
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
  • Big-Thera
    (FAU Funds)
    Laufzeit: 01.01.2017 - 31.12.2018
  • Between Moral Hazard and Legal uncertainty? Ethical, legal and Societal Challenges of Gen Editing
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.10.2016 - 30.09.2018
    Mittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    Gene Editing techniques are seen to be at the frontier of current research in the field of emerging biotechnologies. However, such biotechnological research  is tensioned at the interface of science, technology and society. This means that biotechnological research such as on Gene Editing techniques offers a tremendous potential to provide new ideas, methods and – in the long run – novel applications for urgent societal challenges and needs on the one hand. On the other hand, such techniques are also perceived as having the potential to challenge and sometimes blur existing perceptions, values as well as comprehensive cultural modes of public understanding. The latest development within Gene Editing Techniques, the so-called CRISPR/Cas9 technology, represents a paradigmatic example for the ambiguity of such techniques and has been resulting in a debate whether or not it is necessary to ban this technique with a moratorium in the case of its use for germ line modifications. Thus, not only a discussion is taking place whether Gene Editing techniques should be banned in general or only if applied in human embryos. Furthermore it is also at debate which moral and legal reasons are respective considered in dealing with this technique. Interestingly, not only the field of science constitutes an arena for the ongoing discussion on the use of CRISPR/Cas9 to edit the human germ line. Gene editing has become part of a broader public reasoning that particularly put the question to the point which argumentation should be adduced in order to develop a societal and consequently political dealing with such a technology. Thus, the currently urgent question is how we could scrutinise the reported public as well as scientific unease in dealing with CRISPR/Cas9 in order to analyse the underlying moral and legal deliberation processes. To put the point straight: The main problem is not the use of CRISPR/Cas9 itself. The main task is to reach a stage in which we are able to outline the underlying moral and legal reasoning in order to build a sustainable frame for responsible research. Therefore, the aim of this project is to substantially contribute to the current debate about a responsible as well as participatory frame for research with emerging biotechnologies by analysing the underlying perceptions, attitudes, arguments and the reasoning in dealing with CRISPR/Cas9.
  • Klausurwochen ELSA: Eine neue Genrevolution? Ethische Rechtliche und Soziale Herausforderungen des Gen Editing
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.09.2016 - 31.08.2018
    Mittelgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
  • Energiesysteme der Zukunft (Phase 2) AG
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: Energiesysteme der Zukunft
    Laufzeit: 01.03.2016 - 28.02.2018
    Mittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    Die Energiewende stellt Deutschland vor enorme politische, ökonomische und technologische Herausforderungen. Um den Umbau der Energieversorgung zu unterstützen, haben die Wissenschaftsakademien 2013 die Initiative „Energiesysteme der Zukunft“ gestartet. In dem dreijährigen Projekt haben Fachleute unterschiedlicher Disziplinen Herausforderungen der Energiewende analysiert und Lösungsansätze beschrieben.

    Mit einer zweiten Projektphase setzen die Wissenschaftsakademien die gemeinsame Initiative unter Federführung von acatech fort. In interdisziplinären Arbeitsgruppen erarbeiten rund 100 Expertinnen und Experten Handlungsoptionen für den Weg zu einer umweltverträglichen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung.

  • Big Data in der Systemmedizin: Normative und soziale Aspekte für Ärzte, Forscher, Patienten und Gesellschaft
    (FAU-externes Projekt)
    Laufzeit: 01.01.2015 - 31.12.2016
    Mittelgeber: Bundesministerien
  • SYSKON: Re-Konfigurationen von Gesundheit und Krankheit. Ethische, psychosoziale, rechtliche und gesundheitsökonomische Herausforderungen der Systemmedizin
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Gesamtprojekt)
    Laufzeit: 01.08.2014 - 31.12.2017
    Mittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    Genomische Faktoren sind für 20-30% der häufigsten soliden Tumore verantwortlich, wobei Aktuelle „-omics“-Analysen das Zusammenwirken genomischer und nicht-genomischer Risikofaktoren und damit die Komplexität von Tumorerkrankungen belegen. Die stetig weiter voranschreitende Identifikation der beteiligten Faktoren und deren komplexer Interaktionen erlauben dabei immer konkretere Prädiktionen der Erkrankungsrisiken und potentieller Krankheitsverläufe.

    Für das Mammakrazinom liegen im Vergleich zu anderen Tumorarten die umfangreichsten Daten zu genomischen Faktoren vor. Genomweite Assoziationsstudien (GWAS) und in jüngster Zeit zudem Exomsequenzierungen erlauben einerseits, identifizierte genomische Faktoren unterschiedlichen Risikointensitäten (niedrig, moderat, hoch) zuzuordnen und andererseits, diese Risikofaktoren in ihren verschiedensten Kombinationen für die immer präzisere Bestimmung individueller Erkrankungsrisiken zu nutzen. Mit diesem Schritt hin auf eine tatsächlich individualisierte Medizin erheben sich eine Reihe unterschiedlicher, eng miteinander verzahnter ethischer, psychosozialer, rechtlicher und gesundheitsökonomischer Fragen. So ist bislang ungeklärt, welche Konsequenzen sich aus dieser medizinisch-wissenschaftlichen Entwicklung für den klinischen Alltag ergeben können, ob – und wenn ja: welche – präventiven Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt und bei welchem Risikograd bzw. bei welchem Subtyp und welchem erwarteten klinischen Verlauf nicht nur adäquat und effektiv sind, sondern auch von der Solidargemeinschaft getragen werden sollten bzw. auf welcher rechtlichen Grundlage entsprechende Maßnahmen durchgeführt werden können. Gerade dieser Punkt verweist auf Grund der Steuerungswirkung des Krankheitsbegriffes für das Gesundheitssystem noch einmal deutlich auf die grundlegenden konzeptionellen Fragen, die mit den skizzierten aktuellsten wissenschaftlichen Entwicklungen verbunden sind. Diese aufgezeigten Herausforderungen, nicht zuletzt angesichts der bereits als „Jolie-Effekt“ bezeichneten anhaltend hohen Nachfrage nach Beratung, Prävention und Prophylaxe noch einmal besondere Brisanz gewinnen, werden im hier zur Förderung vorgeschlagenen Verbund am Paradigma des Mammakarzinoms interdisziplinär bearbeitet. Ziel ist dabei, medizinische, psychosoziale, ethische, sozialrechtliche und gesundheitsökonomische benchmarks zu definieren und auf dieser Grundlage eine Matrix zu entwickeln, die als Basis für die gesundheitssystemeische und -politische Steuerung der identifizierten Anforderungen dienen kann.

    Für die Bearbeitung dieser Zielstellung steht dem Verbund mit den Daten des Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs die weltweit größte wissenschaftlich erfasste Kohorte an Risikopersonen für Brust- und Eierstockkrebs zur Verfügung. Hierbei wurden im Rahmen von sowohl Querschnitts- als auch Longitudinalstudien umfangreiche genetische, nicht-genetische und anamnestische sowie prospektive Daten u.a. zur Effektivität verschiedener prophylaktischer und präventiver Maßnahmen erfasst. Diese Daten werden zur Modellierung und Bearbeitung der identifizierten ethischen, psychosozialen, sozialrechtlichen und gesundheitsökonomischen Aspekte herangezogen.

  • MaxSynBio – Max Planck Research Network in Synthetic Biology. Cluster D: Ethical and Societal Challenges within Synthetic Biology
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: MaxSynBio – Max Planck Research Network in Synthetic Biology
    Laufzeit: 01.08.2014 - 31.07.2020
    Mittelgeber: Max-Planck-Gesellschaft, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    Synthetic Biology (SB) as one of the currently leading fields of so called emerging biotechnologies does not only promise new scientific insights into the organization of complex systems as well as possible applications for societal challenges but does also evoke several ethical, societal and governmental challenges. Within the first funding period we focus on the ethical questions colligated with SB on the one hand and the societal and especially participatory questions linked with the roots of SB as a part of the Do-it-Yourself-Biology movement as well as a citizens science approach. During the second funding period we will proceed with the work on developing modes for a governmental frame of responsible research and innovation in Synthetic Biology. Furthermore we will continue with the started work on technological innovation and modes of public participation at the interface of science and society as well as figure out the role of philosophical and theological concepts in dealing with processes of developing a synthetic cell. 
  • Bioethik an der Schnittstelle zwischen Forschung, Therapie und Kommerzialisierung
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: Humane Induzierte Pluripotente Stammzellen
    Laufzeit: 01.08.2013 - 30.11.2017
    Mittelgeber: Bayerische Forschungsstiftung
    Neurologische und psychiatrische Erkrankungen stellen eine große therapeutische, soziale und gesundheitsökonomische Herausforderung dar. Die Folgen dieser Erkrankungen führen zu schweren Beeinträchtigungen der Betroffenen mit weitreichenden persönlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen, sodass eine dringende Notwendigkeit für neue, verbesserte Behandlungsmöglichkeiten besteht. 

    Erkenntnisse zur Krankheitsentstehung sowie Ansätze zur Entwicklung neuer Medikamente erhofft man sich von patientenspezifischen, zellulären Krankheitsmodellen auf der Basis von “induzierten pluripotenten Stammzellen“.

    Die Reprogrammierung von ausgereiften Körperzellen zu sogenannten „induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS)“ zählt zu den innovativsten biomedizinischen Entwicklungen der letzten Jahre (Nobelpreis für Medizin 2012: Shinya Yamanaka und John B. Gurdon). Dabei werden reife Zellen aus einer Hautprobe des Patienten zunächst zu Stammzellen reprogrammiert, d. h. in ein Stadium der Pluripotenz zurückgesetzt, und danach gezielt in organspezifische Zellen ausgereift. 
    Mit dieser Technologie generieren die Forscher Zelltypen von humanen Geweben auf individueller Basis. Diese Zellen können als Modell zur Analyse für Krankheitsursachen dienen und die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien ermöglichen.

    Das Hauptziel von ForIPS ist die Etablierung der iPS- Technologie zur Entwicklung eines Krankheitsmodells für die Parkinson-Krankheit. 

    Die Projektgruppen in ForIPS untersuchen an Gehirnzellen, die aus iPS von Patienten mit der Parkinson-Krankheit gewonnen werden, die molekularen und zellulären Mechanismen bei der Entstehung des sporadischen Parkinson-Syndroms und erforschen neue therapeutische Ansätze. Hierfür reprogrammieren die Forscher Hautzellen von Parkinson-Patienten und entwickeln diese im Labor zu neuralen Zellen weiter. Die
so gewonnenen Gehirnzellen bieten ein spezifisches Krankheitsmodell.

  • Bio-Objects and Bio-Subjects. Exploring the Interface of Science, Technology and Society
    (FAU Funds)
    Laufzeit: 01.01.2012 - 31.12.2013
    Innovations in biotechnology and the life sciences do not only yield great progress in various areas of scientific and technological research and thus also drive economic development, but they also dynamically chart the fundamental relationship between nature, technology, and society. In the future bio-objects will take a key position in dynamic, knowledge-based societies and economies that far exceeds their current importance. They subvert established categories (such as 'natural' vs. 'artificial', and, on a more basic level, 'object' vs. 'subject' and 'nature' vs. 'nurture'), thereby leaving the realm of the purely material and gaining a certain autonomy and independence from the contexts of their origin and use. It is the aim of the project to (1) identify bio-objects as a driving force for biotechnological developments, (2) chart their multidimensionality and (3) study their effect on agents and society. The conflicts that are expected to arise from this complexity are to be anticipated and structured. This approach allows the project to bring together all five FAU faculties; it is complemented by two external experts, Herbert Gottweis from Vienna and Jochen Taupitz from Mannheim.
  • Sexueller Missbrauch durch katholische Geistliche
    (FAU-externes Projekt)
    Laufzeit: 01.08.2011 - 31.12.2014
    Mittelgeber: andere Förderorganisation
    URL: http://kfn.de/forschungsprojekte/sexueller-missbrauch-durch-katholische-geistliche/
  • Leben schaffen - Gott spielen?
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Gesamtprojekt)
    Laufzeit: 01.10.2010 - 30.09.2013
    Mittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • Private Gen: Privacy Regimes Investigated: Variations, Adaptations and Transformations in an Era of (post-) Genomics
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Gesamtprojekt)
    Laufzeit: 01.02.2010 - 31.12.2012
    Mittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • Public Health Genomics European Network II
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: Public Health Genomics European Network II
    Laufzeit: 01.06.2009 - 30.11.2012
    Mittelgeber: Sonstige EU-Programme (z. B. RFCS, DG Health, IMI, Artemis)

Maßgeschneidertes Leben aus dem Labor? – Welche Auswirkungen haben neue Technologien und wie soll mit ihnen umgegangen werden?

Einladung zur Teilnahme an einer Gruppendiskussion im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

Derzeit arbeiten naturwissenschaftliche Forscherinnen und Forscher weltweit an der Entwicklung neuartiger, künstlicher Lebensformen, die bislang so in der Natur nicht vorkommen. Mithilfe von genetischen Bausteinen versuchen sie im Labor, Organismen von Grund auf neu und in maßgeschneiderter Form zusammenzusetzen. Diese Organismen sind vielseitig einsetzbar und versprechen Fortschritte in der Medizin, im Umweltschutz sowie in der Landwirtschaft. So sollen sie zum Beispiel bei der Herstellung von neuen Medikamenten, Impfstoffen oder auch Treibstoffen helfen. Zugleich kann der Mensch zukünftig durch diese Technologien in einem bislang ungeahnten Maße Einfluss auf die Natur nehmen und Leben nach seinen Vorstellungen und Bedürfnissen neu gestalten.
Doch wie weit darf der Mensch in der technischen Veränderung seiner Umwelt gehen? Darf er überhaupt Leben verändern oder gar neue Lebensformen erzeugen? Und was bedeuten solche technologischen Entwicklungen für unser Verständnis von Leben aber auch für unser Selbstverständnis als Menschen? Wie verändern sie unsere alltägliche Lebenswelt und den Umgang damit?
Über diese und weitere Fragen möchten wir mit Ihnen im Rahmen unseres Forschungsprojekts diskutieren und dabei Ihre Meinungen und Sichtweisen erfahren. Sie erhalten so die Gelegenheit, aktiv am Austausch über diese hochaktuelle und vielfältig diskutierte Thematik mitzuwirken. Mit Ihrer Teilnahme an unserer Studie leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis der öffentlichen Meinung über neue technologische Entwicklungen und helfen dabei, Ansätze für einen gesellschaftlich akzeptierten Umgang mit ihnen zu entwickeln.

Hintergrund der Studie: Forschungsprojekt zum Umgang mit neuen Technologien, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Max-Planck-Gesellschaft

Ort der Gruppendiskussionen: nach Absprache

Dauer der Gruppendiskussionen: 2 Stunden

Gruppengröße: 4–10 Personen

Datenschutz: Alle Angaben der Teilnehmenden werden anonymisiert und vertraulich behandelt.

Zur Teilnahme wenden Sie sich bitte an die Studienleiterin:

Dr. Sandra Fernau (Soziologin), E-Mail: sandra.fernau@fau.de

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik)

Über Ihre Unterstützung unserer Studie würden wir uns sehr freuen!